12.07.2017 11:45 Alter: 2 yrs
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Minimiert der Wolf den Rotwildbestand?

Heeresökologen auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig fordern, dass weniger Rotwild geschossen wird, da das ansässige Wolfsrudel den Bestand ohnehin minimiere. Die Bezirksbehörde hält an der Abschussquote fest.

Foto: Jens Metschurat/shutterstock.com

Die Wölfe, die sich im Vorjahr auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig angesiedelt haben, fressen derzeit eineinhalb Rotwildkälber pro Tag, schätzt Christian Kubitschka, Leiter der Abteilung Nachhaltigkeit/Raumnutzung des Übungsplatzes. Auf das ganze Jahr hochgerechnet würde der Tierbestand um etwa 200 Tiere verringert, sagt er. Diese Anzahl will das Bundesheer nun vom vorgegebenen Abschussplan abziehen. Deshalb wurde beim Landesverwaltungsgericht Einspruch erhoben. Geht es nach dem Bundesheer, sollen heuer nur 500 Tiere geschossen werden. Die Behördenvertreter argumentieren jedoch, dass die Wildschäden zu hoch seien. Die vorgegebenen Abschüsse müssten deshalb eingehalten werden.

Bundesheer erwartet Präzedenzfall

Kubitschka entgegnet, dass der Abschussplan die bestehende Rotwildpopulation zu stark schrumpfen lassen würde. Die Wölfe hätten weniger zu fressen und würden vom Truppenübungsplatz vertrieben. Das bestätigte auch ein Gutachter. Zudem müssten sich die Heeresökologen gegenüber dem Rechnungshof sowie der internen Kontrolle rechtfertigen, wenn der Abschussplan nicht eingehalten werde, heißt es.

Die Entscheidung des Gerichts ist noch ausständig. Folgt das Gericht allerdings der Ansicht des Bundesheeres, wäre es laut Kubitschka ein Präzedenzfall, weil Wolfsrisse erstmals behördlich anerkannt werden würden.

 

Quelle: ORF Noe>