23.10.2018 14:30 Alter: 23 days
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Deutschland: Drei Länder fordern im Bundesrat Regulierung des Wolfes

Angesichts der wachsenden Wolfspopulation haben Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen einen Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht, in dem sie klare Regeln für den Umgang mit dem Wolf fordern.

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Die Sicherheit des Menschen müsse dabei an erster Stelle stehen, auch der Schutz von Weidetieren müsse Vorrang haben. Bei ernsthaften Schäden oder Gefahren sollte auch die Entnahme von "Problemtieren" möglich sein, wird betont. Es sollte frühzeitig ein Konzept erstellt werden, wie mit einer künftig größeren Wolfspopulation umzugehen ist. Auch die Möglichkeit von lokal beziehungsweise regional bestandsregulierenden Maßnahmen sollte dabei erwogen werden. "Die Sicherheit der Menschen ist zu gewährleisten. Tierhaltung im Freiland soll auch dort dauerhaft möglich sein, wo Prävention nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand umsetzbar ist", wird in dem Antrag betont. Die Bundesregierung wird aufgefordert, die entsprechenden gesetzlichen Regelungen (Bundesnaturschutzgesetz) so anzupassen, dass zur Verhinderung von "ernsten Schäden" die Entnahme von Problemtieren unter bestimmten Umständen möglich ist.

Wölfe jährlich zählen

Angesichts der dynamischen Entwicklung der Wolfspopulationen wird die Bundesregierung in dem Antrag aufgefordert, den Erhaltungszustand des Wolfes einer jährlichen Überprüfung zu unterziehen (nicht mehr so wie bisher alle sechs Jahre). "Die bisher übliche reine Betrachtung der tatsächlich nachgewiesenen Tiere und Rudel, ohne Einbeziehung der Jungtiere, ist kaum nachvollziehbar und trägt nicht zur Akzeptanz des Wolfsmanagements bei", wird kritisch angemerkt.

Finanzierung von Herdenschutz

Die gegenwärtigen Regelungen für staatliche Förderprogramme lassen eine Förderquote von maximal 80 % der Materialkosten zu. Um die wichtige umwelt- und gesellschaftspolitische Aufgabe der Weidetierhaltung im Offenland langfristig zu unterstützen, solle die Bundesregierung mit der EU-Kommission Verhandlungen mit dem Ziel aufnehmen, den Förderanteil von Präventions- oder Herdenschutzmaßnahmen auf bis zu 100 % zu erhöhen. Gleichzeitig könnte bundesweit eine Weidetierprämie oder eine Landschaftspflegetierprämie überlegt werden. Außerdem schlagen die drei Länder vor, ein nationales Herdenschutzzentrum aufzubauen. Der Antrag wurde in die Ausschüsse des Bundesrats verwiesen und soll dort beraten werden.

(AIZ)