03.05.2020 10:00 Alter: 69 days
Kategorie: Aktuelles Heft, Startseite

Zeigerpflanzen im Grünland richtig deuten

Was uns die Wiese sagen will lässt sich an den Zeigerpflanzen ablesen. Wer sie erkennt, kann einschätzen, wie es um das Grünland bestellt ist und so die richtigen Maßnahmen setzen.

Fotos: A. Bohner

Warum sollen sich Bäuerinnen und Bauern mit Zeigerpflanzen beschäftigen? Viele Gründe sprechen dafür: Zeigerpflanzen sind Bioindikatoren, mit deren Hilfe

- die Bodenqualität kostenlos, rasch und flächenhaft festgestellt,

- negative Standortveränderungen und Bewirtschaftungsfehler frühzeitig erkannt,

- die Notwendigkeit von standortspezifischen Bewirtschaftungsmaßnahmen abgeleitet,

- der Erfolg von Bewirtschaftungsmaßnahmen kontrolliert und

- standortspezifische Intensivierungsgrenzen festgestellt werden können.

Generell sollte der Pflanzenbestand auf einer Grünlandfläche zumindest einmal pro Jahr (idealerweise im Frühling vor der ersten Nutzung) hinsichtlich der Artenzusammensetzung kontrolliert werden. Bei der Bestandsbeurteilung sollten Sie folgende Fragen beantworten:

- Kommen Zeigerpflanzen/Problempflanzen auf der Grünlandfläche vor?

- wie hoch ist ihre Individuenzahl bzw. der Deckungsgrad?

- Was sind die Ursachen für ihr Vorkommen und was zeigen sie an?

Wenn die Fragen richtig beantwortet werden, können Standortmängel, negative Standortveränderungen und Bewirtschaftungsfehler frühzeitig erkannt und die richtigen Maßnahmen gesetzt werden. Zeigerpflanzen haben somit eine große praktische Bedeutung in der Grünlandwirtschaft.

Gänseblümchen: Überbeweidung

Das Gänseblümchen (Bellis perennis) ist eine ertragsschwache Rosettenpflanze, ihr Futterwert ist gering. Die grundständigen Blätter befinden sich an der Bodenoberfläche, daher verliert die Pflanze durch Fraß relativ wenig assimilierende Blattfläche. Außerdem hat das Gänseblümchen einen hohen Lichtbedarf und profitiert vom erhöhten Lichtangebot bei ständig intensiver Beweidung. Das Gänseblümchen kann daher in kurzrasigen, übernutzten Weiden einen hohen Deckungsgrad erreichen. Es zählt zu den Übernutzungszeigern und weist bei gehäuftem Vorkommen auf eine Überbeweidung hin. Das Gänseblümchen kann durch eine Verminderung der Weideintensität im Pflanzenbestand zurückgedrängt werden. Dies wird durch eine integrierte Schnittnutzung (Mähweidenutzung) oder durch längere Weideruhephasen erreicht.

Weitere wichtige Zeigerpflanzen und was sie dem Landwirt über den Zustand der Fläche verraten, finden Sie im vollständigen Artikel in Schafe & Ziegen aktuell 3/2020. Hier gratis Probeheft bestellen