26.10.2018 07:00 Alter: 20 days
Kategorie: Aktuelles Heft, Startseite

Kampf gegen Moderhinke: neuer Test verfügbar

Mit einem Labortest kann nun der auslösende Keim rasch und zuverlässig nachgewiesen werden. In Kombination mit einer konsequenten Behandlung könnten so erstmals Moderhinke-freie Herden erreicht werden.

Foto: Ringdorfer

Neben der Parasitenproblematik ist die Moderhinke (MH) eine große und ständige Herausforderung. Sie ist die häufigste infektiöse Ursache für Lahmheiten bei Schafen. Bis zu 90 % der Klauenerkrankungen werden der sehr schmerzhaft verlaufenden MH zugeschrieben. Da der MH-Erreger (Dichelobacter nodosus) hochansteckend ist und auch scheinbar klinisch gesunde Tiere infiziert sein können, ist es schwierig, die eigene Herde bei Kontakt mit fremden Tieren zu schützen. Mit einem neuen Test ist es nun möglich, auch klinisch gesunde Tiere, die den Erreger tragen, zu identifizieren. Durch die Untersuchung von Zukaufstieren können gesunde Herden besser vor der Einschleppung geschützt werden. Der molekularbiologische PCR-Test zum Nachweis des MH-Erregers wird an der AGES Linz angeboten. Als Proben dienen Tupferproben von allen vier Füßen (Zwischenklauentupfer) eines Tieres, von denen evtl. bakterienhaltiges Wundmaterial abgestrichen wird. Auch Hornteile oder ganze Füße können eingesendet werden. Auf Grundlage der Untersuchungen kann ein Sanierungskonzept erstellt und Herden als „MHunverdächtig“ eingestuft werden. Die Untersuchungskosten betragen als Einzeluntersuchung (1 Klauentupfer) 16 Euro netto pro Tier, im Pool (bis zu zehn Einzeltupfer) 6 Euro netto pro Tier. Auf welche Weise die neue Diagnostik in der Praxis angewendet wird, ist von der Programmgestaltung der Tiergesundheitsdienste der einzelnen Bundesländer abhängig. Es ist geplant, eine Pilotstudie auf Schafbetrieben durchzuführen, um die Häufigkeit der Moderhinke bei Herden mit Klauenproblemen bzw. in gesunden Herden festzustellen und darauf aufbauend nachhaltige Sanierungen zu gestalten. Unabhängig davon können Tierhalter aus dem gesamten Bundesgebiet diese Untersuchung über ihre Betreuungstierärzte bei der AGES Linz durchführen lassen.

Mehr Details zur Moderhinke-Bekämpfung finden Sie im vollständigen Artikel in Schafe & Ziegen aktuell 6/2018.