08.03.2019 15:00 Alter: 71 days
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EU fordert Länder auf, Herdenschutz stärker zu fördern

Mit Blick auf die steigenden Wolfszahlen in Europa hat die Brüsseler Kommission die EU-Landwirtschafts- und Umweltminister mit deutlichen Worten dazu aufgefordert, Maßnahmen zum Herdenschutz finanziell stärker zu unterstützen.

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Laut Nachrichtenagentur Agra-Europe weisen EU-Agrarkommissar Phil Hogan und EU-Umweltkommissar Karmenu Vella in einem gemeinsamen Brief die Länder darauf hin, dass Maßnahmen zum Schutz der Weidetiere vor Übergriffen des Beutegreifers nach EU-Recht vollständig förderfähig seien. Dazu zählten anfallende Kosten für Herdenschutzhunde, spezielle Zäune, Zusatzarbeit und Erhaltungsmaßnahmen.

Überdies verweisen die beiden Kommissare auf die hierfür den Staaten zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel zur ländlichen Entwicklung, als auch für Projekte im Rahmen des Programms LIFE zur Förderung des Natur- und Umweltschutzes. Ebenso werden die Regierungen in dem Schreiben angeregt, die entsprechenden Mittel im kommenden Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) für 2021 bis 2027 auch weiterhin zur Verfügung zu stellen.

Wolf soll weiterhin geschützt werden

Darüber hinaus appellieren Hogan und Vella an die Minister, die Ausbreitung des Wolfes im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie durch entsprechende Programme weiter zu unterstützen. Nichtsdestotrotz wird klargestellt, dass die Entnahme von „Problemtieren“ möglich sein sollte. Eine darüber hinausgehende Bejagung zur Bestandskontrolle sei jedoch unzulässig, stellen die Kommissare klar.

Gemäß den neuesten vorliegenden Daten, die allerdings aus dem Jahr 2016 stammen, soll es in der gesamten EU zwischen 13.000 und 14.000 Wölfe geben, die sich in neun verschiedene Großpopulationen aufteilen lassen. Neuere Daten über die Bestandsentwicklung würden noch in diesem Jahr veröffentlicht, kündigen Hogan und Vella in ihrem Schreiben an.