25.06.2017 07:00 Alter: 4 yrs
Kategorie: Aktuelles Heft, Startseite

Wenn Hitze gefährlich wird

Die Auswirkungen hoher Temperaturen auf Nutztiere werden in unseren Breiten häufig unterschätzt. Schon ab 25 Grad Lufttemperatur können Schafe und Ziegen in Hitzestress geraten und die Leistungen gehen zurück.

Foto: Ringdorfer

Schafe und Ziegen sind allgemein sehr kälteresistent, aber nur bedingt hitzetolerant. Eine Hitzebelastung liegt dann vor, wenn die körpereigene Wärmeproduktion und die Wärmeaufnahme aus der Umgebung größer werden als die Wärmeabgabe. Tiere können sich durch verschiedene Mechanismen abkühlen: durch direkte Wärmeabgabe wie Abstrahlung, vorbeiströmende Luft oder Kontakt mit kühlen Oberflächen; oder durch indirekte Wärmeabgabe bei der Atmung oder durch Schwitzen. Laktierende Tiere produzieren wesentlich mehr Eigenwärme, die mit steigender Milchleistung stark zunimmt. Das Wollvlies ist ein zusätzlicher „Dämmfaktor“, der es dem Tier schwer macht, die Körperwärme abzustrahlen. Deshalb ist die Schur zu Weidebeginn besonders wichtig.

 

Hitze ist nicht gleich Hitze

Je feuchter die Luft, desto schwerer ist es für den Körper, Wasserdampf an die Umgebung abzugeben um sich abzukühlen. Damit steigt die Belastung für den Organismus. Der Zusammenhang zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit und dem damit verbundenen Hitzestress ist in der Tab. 2 erkennbar. Der Temperatur-Humiditäts-Index (THI) zeigt, dass hohe Temperaturen bei niedriger Luftfeuchtigkeit noch nicht zu starkem Stress führen und umgekehrt niedrigere Temperaturen bei hoher Luftfeuchtigkeit bereits milden Stress bedeuten können. Perioden mit einem THI ? 24 sind für Schafe und Ziegen noch erträglich, ein THI ? 25 ist potenziell gefährlich, ein THI von 26–28 gesundheitsbelastend und höchste Gefahr besteht, wenn der THI über 29 ansteigt. Ab einer Umgebungstemperatur von 25 °C und einer relativen Luftfeuchte von 70 % beginnt für Schafe und Ziegen die körperliche Belastung in einem Maße anzusteigen, dass man von Hitzestress spricht.

 

Woran Sie Hitzestress bei Ihren Tieren erkennen und wie Sie ihn vermeiden können, lesen Sie im vollständigen Artikel in Schafe & Ziegen aktuell 4/2017.