16.01.2020 17:00 Alter: 137 days
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Studie zu Herdenschutz in Tirol: Viele offene Fragen

Die Kosten für Herdenschutz auf den Almen liegen zwischen elf und 80 Euro pro Schaf. Es bleiben viele offene Fragen zur Finanzierung, Voraussetzungen, Personal, Material und vielem mehr.

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Eine von der Landesregierung in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie hat nun gezeigt, dass Herdenschutz im hochalpinen und teils stark frequentierten Tiroler Almgebiet nur teilweise und dann mit einem erheblichen finanziellen und arbeitstechnischen Mehraufwand verbunden ist, der aus der Landwirtschaft heraus nicht zu erwirtschaften ist. Die Kosten liegen je nach Voraussetzungen und Maßnahmen zwischen elf und 80 Euro pro Schaf. „Aber wir können EU-Recht nicht aushebeln und werden nicht umhinkommen, uns mit dem Thema Herdenschutz intensiver zu befassen“, so LH-Stellvertreter Josef Geisler, der in absehbarer Zeit nicht mit einer europarechtlichen Anpassung zum Schutz der Nutztiere auf den Almen rechnet. „Herdenschutz hat auch Grenzen. Er funktioniert in Kombination mit Regulierung und gezielten Abschüssen“, berichtet Studienautor Daniel Mettler von seiner Erfahrung in der Schweiz.

Es braucht gelenkte Herden, Personal und Geld

Die Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass eine gezielte Weideführung der Schafe in den weitläufigen Almgebieten Voraussetzung für spätere konkrete Herdenschutzmaßnahmen ist. Eine gelenkte Beweidung anstatt des freien Weidegangs wirkt sich zudem positiv auf die Nutzung der vorhandenen Futterflächen und auf die Biodiversität aus. Bewirtschaftern von Schafalmen, die sich dafür interessieren, werden Almbegehungen mit den Experten der Landesregierung angeboten, die vor Ort auch die Machbarkeit von Herdenschutzmaßnahmen einschätzen.

Pilotprojekte geplant, Förderungen nicht

Zudem sollen in einem oder zwei Almgebieten die gelenkte Weideführung und in weiterer Folge Herdenschutzmaßnahmen in einem Pilotprojekt gezielt umgesetzt und erprobt werden. Auf die Förderung von Schutzzäunen wird vorerst verzichtet. Erfahrungen aus Nachbarländern haben gezeigt, dass diese selbst bei steigendem Wolfsdruck kaum angenommen werden. Für den Akutfall stellt das Land seit 2019 acht Notfall-Kits mit Stromversorgung und 300 Laufmetern Elektrozaun zum Ausleihen bereit.

Abschussmöglichkeit gefordert

„Diese Studie ist eine gute Grundlage für weitere Diskussionen. Offene Fragen nach der Finanzierung und Ausbildung für benötigtes Personal, Material usw. gilt es aber noch zu klären. Die Erkenntnis, dass Herdenschutz ohne geregelte Entnahmen von Wölfen nicht funktioniert, bekräftigt die Position der Landwirtschaft. Damit ist eine konkrete Richtlinie für legale Abschüsse auf Landesebene unumgänglich“, erklärte LK-Präsident Josef Hechenberger. Langfristig muss aus seiner Sicht aber an einem Konsens für eine Lösung auf europäischer Ebene weitergearbeitet werden.

Quelle: AIZ