06.09.2017 07:00 Alter: 3 yrs
Kategorie: Aktuelles Heft, Startseite

Spurenelemente bei Schaf und Ziege

Die richtige Versorgung mit Spurenelementen für Schafe und Ziegen beginnt nicht erst im Futtertrog, sondern bereits im Boden. Um Mangel oder Überschuss zu vermeiden, sollten Sie einige Grundlagen über diese wichtigen Elemente wissen.

Foto: Budimir Jevtic/shutterstock.com

Spurenelemente gehören zu den Mineralstoffen und sind lebensnotwendige Elemente, die im Organismus höherer Tiere nur in sehr geringen Konzentrationen nachweisbar sind (< 50 mg/ kg Körpermasse). Im Vergleich zu den Mengenelementen (z. B. Kalzium, Phosphor) brauchen Nutztiere nur geringe Mengen davon, die sie über Futtermittel aufnehmen. Trotzdem spielen sie im Organismus eine bedeutende Rolle bei der Regulierung des Stoffwechsels, da sie oft als Zentralatom in lebensnotwendigen Enzymen, Hormonen und Stoffgruppen integriert sind. Ein Mangel an Spurenelementen (Selen, Kobalt, Zink, Kupfer, Eisen, Jod, Mangan) kann somit massive Auswirkungen auf das Wachstum und die Funktion des tierischen Organismus haben.

Boden liefert Spurenelemente

Die Spurenelementversorgung der Schafe und Ziegen erfolgt hauptsächlich über die gefressenen Pflanzen. Durch die Aufnahme von Boden (100 g/Tag) kann bereits ein großer Teil des Bedarfs, vorrangig für Eisen und Kupfer, gedeckt werden. Eine ähnliche Rolle spielt die Aufnahme von Laub und frischen Trieben. Von großer Bedeutung – und erschwerend für die Berechnung der Ration – ist der Zusammenhang zwischen Bodentyp, der pflanzlichen Aufnahme und der Bioverfügbarkeit der Spurenelemente für die Tiere. Der Spurenelementgehalt des Bodens ist abhängig vom pH-Wert, der Bodenart, der Feuchtigkeit im Boden, der Düngung und der Entfernung vom Meer. Saure Magmatite sowie Sand- und Kalkstein enthalten oft geringere Konzentrationen an Spurenelementen, basische Magmatite und Tonschiefer dagegen häufig höhere Konzentrationen. Saure Böden (pH-Wert < 5,5) behindern die pflanzliche Aufnahme von Se, Zn, Cu, Mo, fördern aber die von Co und Mn (und umgekehrt bei basischen Böden). Für fast alle Spurenelemente gibt es zusätzlich Antagonisten, die ihre Aufnahme in die Pflanze behindern. So kann es sein, dass der Bodengehalt laut Analyse ausreichend ist, die Spurenelemente aber nicht in den Pflanzen ankommen. Hinzu kommt, dass die für Tiere notwendigen Spurenelemente nur teilweise mit den für die Pflanzen essenziellen Spurenelementen identisch sind. Dies gilt insbesondere für Se, Jod und teilweise für Co.

Versorgung der Tiere prüfen

Warten Sie nicht, bis klinische Symptome auftreten, sondern untersuchen Sie eine kleine Stichprobe der Herde (fünf Tiere) regelmäßig. Ein beginnender Spurenelementmangel wird ansonsten häufig übersehen. Für die Kontrolle eignet sich intravenös entnommenes Blut. Wenn vorhanden, können für die Cu-, Se- und Co-Bestimmung auch die Leber von Schlachttieren und verendeten Tieren sowie Knochen zur Zn-Diagnostik genutzt werden, diese Werte sind aussagekräftiger. Allgemein gilt, dass ein Mangel bei Lämmern mit Wachstumsverlust und bei Altschafen mit Körpermasseabbau verbunden ist. Das Immunsystem wird geschwächt und die Tiere sind anfälliger für Krankheiten. Bevor Spurenelemente verabreicht werden, muss der Mangel in der Herde oder am Einzeltier nachgewiesen werden - ansonsten besteht die Gefahr von Spurenelementvergiftungen.

Welche Folgen ein Mangel an Spurenelementen haben kann und wie Sie diesen am besten ausgleichen, lesen Sie im vollständigen Artikel in Schafe & Ziegen aktuell 5/2017.Hier gratis Probeheft bestellen