29.05.2018 15:10 Alter: 78 days
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Leoben: Wolf reißt Schaf vor der Hoftür

Am Sonntag 27. Mai 2018 hat im Bezirk Leoben ein Wolf vor den Augen des Besitzers in unmittelbarer Hofnähe ein Mutterschaf gerissen. Vielen Bauern wollen ihre Tiere nicht mehr auf Weiden und Almen treiben.

v.l.n.r.: Kammerobmann Andreas Steinegger, Abg.z.NR Bgm. Andreas Kühberger, Hegemeister Herbert Kroiss, Amtstierarzt Mag. Gerd Kaltenegger (Foto: Norbert Ortner)

Laut einer Presseinformation des Landes Steiermark fand am 27. Mai 2018 im Bezirk ein Wolfsangriff auf ein Mutterschaf in unmittelbarer Hofnähe statt. Der Landwirt wurde von den Schreien de Tieres aufgeschreckt das keine 100 Meter vom Hof entfernt von einem Wolf angegriffen wurde. Es war mitten am Vormittag als der Landwirt sehen musste, wie das Schaf von dem Raubtier vor seinen Augen gerissen wurde. Als der Wolf den Bauern wahrnahm, flüchtete es in den Wald.

Akuter Handlungsbedarf

Andreas Steinegger, Kammerobmann Leoben, und Andreas Kühberger, Abgeordneter zum Nationalrat, machten sich gemeinsam mit dem zuständigen Amtstierarzt und Hegemeister vor Ort ein Bild von der dramatischen Situation. Kühberger dazu: „Es kann nicht sein, dass der Naturschutz Forderungen an die Agrarvertretung stellt, aber im Hintergrund bei längst notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Tier weder politisch mitziehen, noch bezahlen will. Wölfe haben ihre Scheu vor dem Menschen verloren, vermehren sich stark und richten zunehmend massive Schäden an. Wir sind uns einig, dass zukünftig Problemwölfe auf Basis eines bundesweiten Managementplans entnommen werden müssen. Ich ersuche Naturschutz-Landesrat Anton Lang hier einzulenken und mit uns gemeinsam an einem Strang zu ziehen!“

Auch die Tatsache, dass der Wolf seine Tat in unmittelbarer Nähe zum Hof begangen hatte, lässt die Alarmglocken schrillen. Immerhin ging man bisher davon aus, dass Wölfe die Zivilisation eher meiden. Besonders besorgniserregend ist die Situation für Familien mit Kindern. „Wenn man nicht einmal mehr rund um das eigene Haus vor Wölfen sicher ist, ist es an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen“, so Agrarlandesrat Johann Seitinger.

Bauern wollen Tiere nicht mehr austreiben

Vor allem die Steirischen Almbauern sind durch die angespannte Situation stark verunsichert. So weigern sich diese zunehmend, ihre wertvollen Zuchttiere auf Almen zu treiben. Das hätte langfristig dramatische Folgen, denn die Bewirtschaftung der Almen ist existenziell für Ökologie, Lawinenschutz und Tourismus und von damit auch von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung.