05.09.2016 11:32 Alter: 3 yrs
Kategorie: Aktuelles Heft, Startseite

Herbstweide hat viele Vorteile

Wenn die Tiere von den Almen zurückkommen, finden sie einen noch reich gedeckten Tisch auf den Talwiesen vor. Welche Vorteile die Herbstweide hat und wie man diese am besten nutzen kann, erfahren Sie in unserem Bericht.

Foto: Wagenpfeil

Der bekannte Spruch „Maigras nährt, Herbstgras zehrt“ stammt aus der Rinderhaltung und beschreibt die unterschiedlichen Weidequalitäten im Frühjahr und im Herbst: Der erste Aufwuchs im Jahr hat die höchste Energiekonzentration, altert aber in der Hauptvegetationszeit schnell und damit steigt der Rohfasergehalt rasch an. Im Vergleich dazu ist das Herbstgras rohfaserarm. Das führt zu einer erhöhten Passagegeschwindigkeit des Futters im Magen-Darm-Trakt, das Gras „füttert schlechter“, was an der Konstitution der Tiere zehren kann. Auch auf die Almhaltung ist der Spruch übertragbar. Gegen Ende der Saison wird das Futter auf den Almflächen nährstoffarm („überständig“, verholzt) und das Vieh baut ab. Dies gilt auch für die klassischen Sommerweiden in der Hüteschäferei, die als Extensivflächen im Herbst nur noch wenig Aufwuchs nachliefern können.

Herbstgras ist rohfaserarm
In den Grünlandgebieten besteht die Herbstweide überwiegend aus Talwiesen, von denen zuvor ein bis drei Schnitte als Heu oder Silage geerntet wurden und der restliche Aufwuchs bis zum Wintereinbruch den Schafen zur Verfügung steht. Das Herbstgras im September ist energie- und eiweißreich, aber im Vergleich zu den ersten Schnitten relativ rohfaser- und strukturarm, was in der Praxis zu Umstellungsproblemen führen kann. Bei schönem Wetter und einem Wintereinbruch oft erst im Dezember, wie es in den letzten Jahren häufig der Fall war, bietet die Herbstweide im Grünland eine gute und kostengünstige Futtergrundlage, die jeder Schafhalter möglichst lange nutzen sollte.

Wie man die Umstellung auf die Herbstweide am besten gestaltet, lesen Sie im vollständigen Artikel in der Schafe & Ziegen aktuell Ausgabe 5/2016.