08.09.2021 00:00 Alter: 20 days
Kategorie: Aktuelles Heft, Startseite

Der Schafbauer und der Fleischhauer

Schafbauer Günter Kaiser und Fleischhauer Martin Pühringer verbindet nicht nur ihre Freundschaft: Günter beliefert Martin mit reichlich Lammfleisch, das dieser geschickt direkt vermarktet.

Foto: Loibner

Seit 1650 ist der „Gaishofer“, der ursprünglich zum Schloss Wildberg gehörte, im Besitz der Familie Kaiser. Im Jahr 2008 haben Günter und Agnes den Hof, der bereits 2004 von Rinder- auf Schafhaltung umgestellt worden war, von Günters Eltern übernommen. Bereits als Achtjähriger hatte sich Günter von seinem Erspartem um stattliche 800 Schilling sein erstes Schaf gekauft. Heute tummeln sich über 200 Merino-Mutterschafe auf den Weideflächen um den Hof und genießen den Blick auf das Schloss Wildberg. Der Hof ist ein Merino-Zuchtbetrieb und es verlassen ihn im Jahr etwa 200 Schlachtlämmer unter der Marke „Kaiser Junglamm“.

 

25 Lämmer pro Woche

 

Diese Lämmer liefert Günter direkt an seinen Freund Martin Pühringer, seines Zeichens Fleischermeister und Landwirt. Dort, im 15 Kilometer entfernten Traberg, werden die Lämmer geschlachtet und klassifiziert. Je nach Klasse und Gewicht der Lämmer setzt sich der Preis zusammen, den Günter dafür bekommt. Martin verarbeitet und vermarktet im Jahr um die 1.000 Lämmer. Diese bekommt er neben Günter von sechs bis sieben anderen Schafbauern in der Region. Nebenbei produziert Martin gemeinsam mit seinem Vater auch selbst an die 200 Lämmer im Jahr. Hilfe bei der Vermarktung bekommt der zweifache Familienvater von seiner Mutter und einer Mitarbeiterin, auf die bald eine zweite folgen soll. Martins Wochenplan sieht folgendermaßen aus: Montag ist Schlachttag. Jeden Montag schlachtet Martin 20 bis 25 Lämmer. Der Dienstag ist für Arbeiten in der Landwirtschaft reserviert, während die Schlachtkörper abhängen. Mittwochs und donnerstags zerlegt Martin die Schlachtköper und an jedem Freitag und Samstag steht er persönlich von sieben bis zwölf Uhr am Bauernmarkt am Südbahnhof in Linz, um seine Ware zu verkaufen. „Und am Sonntag wird geschlafen“, sagt der groß gewachsene Fleischermeister zwinkernd.

 

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