07.09.2016 09:32 Alter: 3 yrs
Kategorie: Aktuelles Heft, Startseite

Der richtige Bock zur Milchproduktion

Für die Milchproduktion ist die Auswahl des richtigen Vatertieres entscheidend. Alle wichtigen Informationen finden Sie in den Zuchtpapieren.

Foto: Krennmair

Lohnt es sich wirklich, viel Geld in Bock und Widder zu investieren? Die Preise für bestimmte Tiere schrauben sich bei manchen Versteigerungen in schwindelerregende Höhe. Hohe Preise stehen aber nicht zwangsläuig für die beste Veranlagung. Einfach betrachtet gilt für die Nachkommen aus jeder Paarung: Muttertier + Vatertier = 100 %. Im Umkehrschluss trägt der Bock bzw. Widder also die Hälfte zur genetischen Veranlagung der nächsten Generation bei – jedes Tier trägt zu 50 % die Anlagen seines Vaters. Die Schwierigkeit in der Zucht liegt aber darin, dass sie sich nicht genau berechnen, sondern nur schätzen lässt. Gestützt auf die vorhandenen Leistungsdaten der Zuchttiere ist die gezielte Auswahl des Vatertieres aber ein wichtiges Instrument, um Zuchtfortschritt zu erzielen. Bevor Sie sich auf die Suche nach einem Bock oder Widder begeben, sollten Sie sich über die Schwächen und Ziele Ihres Betriebes im Klaren sein. Das Vatertier soll durch die Vererbung seiner Anlagen dazu beitragen, diese Schwächen auszugleichen.

Auf die Erblichkeit kommt es an
Auch die Erblichkeit (Heritabilität) in den einzelnen Merkmalen gehört berücksichtigt. Sie liegt zwischen 0 und 1 und gibt an, wie stark ein Merkmal genetisch bedingt ist, also vererbbar. Eine Heritabilität von 0,25 bedeutet, dass dieses spezielle Merkmal zu einem Viertel den Zuchtfortschritt beeinlusst, der Rest ist umweltbedingt. Anders gesagt: Das Merkmal (z. B. Aufzuchtrate) kann nur zu einem Viertel durch die Zucht verändert werden. Dieser Umstand macht die Zucht schwieriger, denn die Umwelteinlüsse zwischen zwei Betrieben diferieren oft sehr stark, so dass dasselbe Tier auf zwei verschiedenen Betrieben theoretisch völlig unterschiedliche Leistung erbringen kann. Merkmale mit hoher Erblichkeit, wie etwa die Milchleistung, sind stärker genetisch bedingt und lassen sich daher leichter züchterisch bearbeiten.

Wie Sie die Informationen am Stammschein richtig interpretieren und so das beste Vatertier auswählen, erfahren Sie in der Schafe & Ziegen aktuell Ausgabe 5/2016.