16.12.2017 08:00 Alter: 218 days
Kategorie: Aktuelles Heft, Startseite

Aufzucht im Milchbetrieb – mit oder ohne Muttertier?

Die natürlichste Aufzucht von Lämmern und Kitzen ist die bei der Mutter. Besonders in Milchbetrieben ist aber die mutterlose Aufzucht weit verbreitet. Welche wirtschaftlichen Überlegungen dahinter stehen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Foto: vladimir salman/shutterstock.com

In jedem Betrieb kann es vorkommen, dass Lämmer und Kitze ohne Muttertier aufgezogen werden müssen, etwa dann, wenn das Muttertier bei der Geburt oder kurz danach verendet. Bei Mehrlingsgeburten passiert es auch, dass ein Jungtier von der Mutter nicht angenommen wird. Bei Drillingen oder gar Vierlingen kann es sein, dass die Milchleistung der Mutter nicht ausreicht, um alle Jungen ausreichend zu versorgen. In diesen Fällen müssen Lämmer und Kitze mutterlos aufgezogen werden. Dies sind aber nur Einzelfälle, die sich auch nicht gravierend auf den betrieblichen Erfolg auswirken. Anders ist die Situation in Milchbetrieben. Hier hängt der wirtschaftliche Erfolg sehr stark von der verkauften Menge Milch ab. Zu Beginn der Laktation ist auch die Milchleistung am höchsten. Dies hat seinen Grund: Unter natürlichen Bedingungen wird die Milch für die Aufzucht der Nachkommen gebraucht, damit sie rasch heranwachsen können. Nutzen die Lämmer oder Kitze diese Milch, fehlt sie allerdings für den Verkauf und potenzielles Einkommen geht verloren. Das ist in der Praxis der Hauptgrund für die mutterlose Aufzucht. Wenn Sie eine muttergebundene Aufzucht in Betracht ziehen, müssen Sie den Erlös der verkauften Milch dem Aufwand für die mutterlose Aufzucht gegenüberstellen, um eine wirtschaftliche Entscheidung über die Art der Aufzucht treffen zu können.

Mutterlose Aufzucht planen

Bei biologischer Wirtschaftsweise ist vorgeschrieben, dass Lämmer und Kitze mindestens 45 Tage lang natürliche Milch, vorzugsweise Muttermilch, bekommen. Der Einsatz eines Milchaustauschers scheidet hier also aus. Dennoch ist eine mutterlose Aufzucht möglich, aber nur mit natürlicher Milch – das könnte auch Kuhmilch sein. Es gibt verschiedene Tränkeverfahren bei mutterloser Aufzucht: Grundsätzlich wird zwischen einer Warmtränke und einer kalten Sauertränke unterschieden. Bei der Warmtränke ist besonders darauf zu achten, dass die Tränketemperatur von 37 Grad ziemlich genau eingehalten wird. Bei Warmtränke sollten Sie mindestens drei bis vier Mal pro Tag füttern. Bei weniger Mahlzeiten nehmen die Kitze und Lämmer ansonsten zu viel Tränke auf einmal auf, was zu Verdauungsstörungen führen kann.

 

Einen wirtschaftlichen Vergleich und weitere Details zur mutterlosen und muttergebundenen Aufzucht finden Sie im vollständigen Artikel in Schafe & Ziegen aktuell 1/2018.